Die letzten Tage auf der Insel sind angebrochen und wir haben es noch einmal richtig genossen. Am Donnerstag, nachdem Papa zum letzten Mal mit Selwyn Schule gemacht hat, haben wir uns am eigenen Strand und Pool vergnügt. Es war herrlich warm und ich durfte auch mit ins Meer. Meine Eltern hatten ständig Angst, dass mir das Salz in den Augen brennen würde. Ach was, ihr habt keine Ahnung wie lecker das schmeckt, wenn man all die salzigen Gegenstände dann in den Mund nehmen kann... – Es wurde nur einmal brenzlig, alle eine grosse Welle kam und mich Papa gerade noch rechtzeitig samt meinem Schwimmring in die Höhe heben konnte. Papa hat es aber voll erwischt!

Luca und Andrina haben ständig auf die Melodie des Glacewagens gewartet um dann los zu spurten und sich eine Magnumglacé zu kaufen. Mich lassen sie dabei wieder nur zusehen. So gemein! Der Glacewagen fährt übrigens jeden Tag durch alle Strassen und lässt ständig die gleiche Melodie laufen. So hört man bereits von weitem, wenn er kommt.

Am Freitag sind Papa und meine Geschwister mit dem Unterseeboot ins Riff abgetaucht. Ich durfte nicht mit, weil ich noch zu klein sei. Das soll noch einer verstehen, denn ständig sagen alle zu mir „läck bisch du scho e Grossi“... Was soll’s, mit Mama war es auch ganz lässig und wir haben zusammen im Pool gebadet. Am Abend haben wir Gertrud und Bernd, unsere Vermieter, zu einem Apéro auf unserer Terrasse eingeladen. Gertrud, die gebürtige Schwedin, hat uns dann noch einige Skandinavien-Tipps gegeben für unseren anschliessenden Trip mit dem Wohni.
Am Samstag haben wir nochmals unseren Strand genossen. Mama und Papa gehen immer schon vor dem Frühstück ins Meer. Wir haben um vier Uhr ein Mietauto reserviert. Als um halb fünf immer noch kein Auto kam, hat Papa den Vermieter angerufen. Dieser sagte, dass er noch kein Auto habe und wir halt warten sollen. Da wurde Papa ziemlich sauer und hat in einer für mich noch unverständlicheren Sprache ausgerufen. Ich sag euch, er wurde ziemlich laut, denn wir wollten noch einkaufen und danach zum Italiener weiter nördlich am Strand fein essen gehen. Schlussendlich hat Papa dann einen anderen Vermieter gefunden, der uns sofort ein Auto brachte. Schön und gut. Als wir vom Einkaufen zurück waren und weiter zum Nachtessen fahren wollten, ist diese „Jäpserkiste“ nicht mehr angesprungen. Auch Überbrücken hat nichts geholfen. So musste Papa wieder ans Telefon und schliesslich hat uns Bernd zum „il Tempio“ gefahren. Da war ich dann dafür der Star. Die Anderen haben feine Antipasti, Pasta und Dolci gegessen und mich hat der Chef des Restaurants persönlich herum getragen und mir schöne Augen gemacht. Dahin gehe ich in 20 Jahren nochmals zurück und schaue, ob sein Sohn das Restaurant übernommen hat. Schlussendlich hat uns der Autovermieter ein neues Auto direkt zum Restaurant gebracht, damit wir nach Hause fahren konnten.
Am Sonntag sind wir ziemlich früh wieder in unser Auto gehüpft und auf die andere Seite der Insel gefahren. An jeder Strassenkreuzung hat es viele Kokosnussverkäufer gehabt, die frische Kokosmilch anboten. Wir hatten aber besseres vor. Wir sind ins noble „Crane Hotel“ zum Bruchbuffet mit Gospelkonzert gefahren. Ich habe super in meinem Buggy geschlafen bis das Konzert begann. Mann war das laut – aber gut! Ich habe all die Sängerinnen und Sänger bestaunt und meine Mannschaft hat kräftig zugelangt. Luca war der Erste am Buffet! Mama und Papa haben endlich wieder einmal einen Cappuccino erhalten, denn zu Hause sind sie schon nach wenigen Tagen vom ungeniessbaren Kaffee auf English Breakfast Tea umgestiegen.


Mama hatte dann die glorreiche Idee, sie könnte sich ja auch wie Papa noch so eine dutyfree Sonnenbrille kaufen. Also haben wir noch ein paar Runden im Shop gedreht und ich war wieder einmal der Liebling der Verkäuferinnen. Anschliessend sind wir mit unserem Mietwagen der Küste entlang gefahren. Papa hat in einem Reiseführer etwas von einsamen Traumstränden gelesen, die es zu finden galt. Dies war gar nicht so einfach, weil die Strassen nicht gross markiert und zu letzt meist uneben waren. Nach mehrmaligem Durchfragen haben wir die Strände von Harrismith Cave und Bottom Bay aber gefunden. Und was für Strände sag ich euch. Robinson Crusoe hätte sich ein neues Zuhause gewünscht, wenn er das gesehen hätte. Ohne Witz, die Strände, der Sand, die Palmen – einfach herrlich. Luca und Papa haben sich in die riesen Wellen gestürzt und eine kräftige Ladung Sand in alle Ritzen bekommen.


Ein Einheimsicher ist mir nichts, dir nichts auf eine Palme geklettert und hat für uns frische Kokosnüsse runter geholt. Mir wollten sie zuerst keine geben. Ich habe aber kräftig rebelliert und schlussendlich durfte ich auch probieren. Ich kann euch aber sagen, Mamas Milch schmeckt x-Mal leckerer!

Leider ist dieser Vulkan auf Island nicht mehr ausgeborchen und wir müssen nach Hause. Also geniessen wir noch den Montag am Strand und am Dienstagnachmittag fliegen wir via London zurück nach Zürich. Wir fliegen in Barbados um 16:40 Uhr ab und somit werde ich wohl die meiste Zeit schlafen. Mama und Papa hoffen dies zumindest...
Tschüss & bis bald, eure Mira